Schweinefütterung

Sauenfütterung, ein Überblick PDF

Alternativen für antibiotische Leistungsförderer in der Ferkelfütterung.

Nach einer EU-Richtlinie dürfen ab dem 01. Januar 2006 überhaupt keine antibiotisch wirkenden Leistungsförderer mehr verfüttert werden. Vor diesem Hintergrund ist man seit längerem in der Schweine- und speziell der Ferkelfütterung bemüht, entsprechende Ersatzprodukte oder Alternativen zu entwickeln und anzubieten, die das Leistungs- und Gesundheitsgeschehen der Schweine ähnlich den Leistungsförderern verbessern sollen.

Zusammenfassung möglicher FutterzusatzstoffeTabelle Futterzusat Ferkelfutter

Im Puerperalzeitraum treten häufig gesundheitliche Störungen und damit verbundene wirtschaftliche Schäden auf, die sowohl die Sauen als auch die Ferkel betreffen. In der Vergangenheit wurden zur Beherrschung dieser Probleme auch Leistungsförderer eingesetzt, deren Akzeptanz aber weitestgehend zurückgegangen ist bzw. ihr Einsatz vom Gesetzgeber deutlich reglementiert wurde. Um aber das Leistungsniveau der Tiere zu halten bzw. deren Gesundheitsstatus zu verbessern, wurden in den letzten Jahren große Anstrengungun unternommen, alternative Möglichkeiten zur Beeinflussung genannter Faktoren zu finden. Seit langem ist aus der Humanmedizin bekannt, dass dickdarmgängige Lactulose Gram–negative Bakterien im Darm unterdrückt und den Wirt fördernde Mikroorganismen unterstützt. Lactulosezusatz in präbiotischer Konzentration führt zu einer Volumenvergrößerung der Bakterienmasse, zur Stickstofffixierung sowie zur Erhöhung energiereicher Stoffwechselprodukte im Dickdarm. Lactulose stabilisiert auf diese Weise die Magen–Darm–Flora.

Anliegen der vorliegenden Untersuchung (Dissertation Uni Leipzig, Kurzform) war es deshalb, die positiven Wirkungen der Lactulose bei Sauen aufzuzeigen. Gerade im peripartalen Zeitraum findet man fütterungs– und haltungsinduzierte Gesundheitsstörungen, deren Ausmaß durch psychische Belastungen noch verstärkt wird. Es konnte gezeigt werden, dass unter Stress u.a. Translokationen von Bakterienund Endotoxin aus dem Darm stattfinden können. Diese oftmals Gram–negativen Bakterien greifen mit ihren Lipopolysacchariden (syn. Endotoxine) massiv in Körperfunktionen ein. Neben ihrer Wirkung als Pyrogen (fiebererzeugende Substanz) beeinflussen sie den Kohlenhydrat– und Fettstoffwechsel sowie das endokrine System und das Immunsystem. Endotoxine reichern sich nach Translokationsprozessen im peripartalen Zeitraum verstärkt in der Milch an und können so das Immunsystem der Neonaten beeinflussen. Produktinformation Lactulose